Christian von Weizsäcker schlägt alternatives Modell zum EU Energie-Unbundling
Die Europäische Kommission hat vorgeschlagen, integrierte Energieunternehmen, die gleichzeitig Kraftwerke und Netze betreiben, zum Verkauf ihrer Übertragungsnetzte zu zwingen. Die Kommission signalisierte, man sei ebenfalls bereit, das so genannte Independent System Operator (ISO) Modell zu akzeptieren. Bei diesem Modell würde jedes integrierte Energieunternehmen seine betreffenden Netze behalten, das Management der Vermögenswerte jedoch einem unabhängigen Systembetreiber überlassen.In einem Artikel in der “Süddeutschen Zeitung” stellt Christian von Weizsäcker eine Alternative vor, das Regional System Operator (RSO) Modell. Bei diesem Modell würden mehrere Eigentümer von Übertragungsnetzen diese einem gemeinsamen (multinationalen) unabhängigen Systembetreiber zur Verfügung stellen, und zwar unabhängig davon, ob das Unternehmen vertikal integriert ist oder nicht. Gemeinsame Operationen könnten beispielsweise auf die Investitionsplanung oder die Harmonisierung von Marktregelungen ausgeweitet werden, mit dem Ziel, eine stärkere europäische Marktintegration zu fördern. Christian von Weizsäcker betont, dass das von der EU vorgeschlagene Modell nicht in der Lage sei, dieselben Vorteile zu erzielen, da es sich eher auf nationale Betreiber beschränke als den Herausforderungen der Marktintegration zu begegnen.
C. Christian von Weizsäcker ist Associate am Bonner Max-Planck-Institut sowie Mitglied des Akademischen Beirats des Wirtschaftsministeriums und Senior Associate bei Frontier Economics. Darüber hinaus war er Vorsitzender der deutschen Monopolkommission. Frontier (London und Köln) hat Mandanten in Großbritannien, Irland und anderen EU-Ländern zu Systemnetzbetreibermodellen in der Energiewirtschaft beraten und ist derzeit für eine Reihe von Unternehmen in Fragen des Netz-Unbundling beratend tätig.

