Auswirkung von Infrastrukturinvestitionen wie Nord Stream 2 auf den EU Gasmarkt

Auswirkung von Infrastrukturinvestitionen wie Nord Stream 2 auf den EU Gasmarkt

Frontier Economics hat die Auswirkungen von Infrastrukturinvestitionen im Energiesektor für Versorgungssicherheit und Wettbewerb analysiert, sowohl im Allgemeinen als auch speziell hinsichtlich der Nord Stream 2 Pipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland.

Die zentralen Ergebnisse der Analyse, erstellt in Zusammenarbeit mit dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI), wurden heute in einem Kurzbericht für die Nord Stream 2 AG veröffentlicht. Das Kapitel zu den Auswirkungen der Nord Stream 2 Pipeline basiert auf einem Sachverständigengutachten, welches Frontier und EWI im Rahmen eines Antrags der Nord Stream 2 AG auf Freistellung von der Europäischen Energieregulierung bei der Bundesnetzagentur erstellt haben.

Der Kurzbericht zeigt auf, dass Infrastrukturinvestitionen im Energiesektor generell einen positiven Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, denn

  • sie erhöhen die Kapazität der Infrastruktur und verbessern dadurch die Resilienz des VersorgungssystemsB. für den Fall von technischen Ausfällen alternativer Infrastruktur; und
  • im Fall von Pipelines schaffen sie die Möglichkeit zusätzliche Energiemengen zu transportieren.

Infrastrukturinvestitionen wirken sich in aller Regel auch positiv auf den Wettbewerb aus, denn

  • sie steigern tendenziell den Überhang der Angebotskapazität über die Nachfrage und intensivieren damit den Wettbewerb.
  • Dies gilt sogar dann, wenn durch die Investition gar keine neuen Wettbewerber in den Markt kommen, aber umso mehr, wenn dadurch neuen Akteuren ein Marktzugang verschafft wird.  

Negative Auswirkungen von Infrastrukturinvestitionen auf Versorgungssicherheit oder Wettbewerb sind dagegen nur in Ausnahmefällen und sehr speziellen Einzelfallkonstellationen zu erwarten, was im Einzelfall zu prüfen ist.

Im Zusammenhang mit der Nord Stream 2 Pipeline zeigt unsere Analyse, dass die Pipeline aus den zuvor genannten Gründen positive Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und den Wettbewerb im europäischen Gasmarkt hat.

In der politischen Diskussion werden diese positiven Effekt gelegentlich in Zweifel gezogen. Insbesondere wird zum Teil die Befürchtung geäußert, dass die Inbetriebnahme der Nord Stream 2 die Gasversorgung in einzelnen EU-Ländern insbesondere in Zentral- und Osteuropa erschwere oder verteure. Diese Befürchtung erweist sich bei kritischer Betrachtung jedoch als unbegründet, denn:

  • Die Nutzung der Nord Stream 2 senkt die Kosten und die Preise der Gasversorgung in Europa und – dank der weit fortgeschrittenen Marktintegration in Europa – auch in den einzelnen Mitgliedsstaaten inklusive Zentral- und Osteuropa.
  • Auch bei Inbetriebnahme der Nord Stream 2 Pipeline ist weiterhin mit einer Nutzung der russischen Transitrouten durch Weißrussland bzw. die Ukraine zu rechnen. Selbst im hypothetischen Fall, in welcher die Nord Stream 2 Pipeline zu einer Verdrängung der bisherigen russischen Transitpipelines führen würde, verfügen die einzelnen potenziell betroffenen Länder in Zentral- und Osteuropa über diversifizierte Importoptionen aus anderen Pipelines und Flüssiggas (LNG).

Vor diesem Hintergrund ist festzustellen, dass die Nord Stream 2 Pipeline einen länderübergreifenden positiven Beitrag zur Versorgungssicherheit mit Energie in Europa leistet und dem Wettbewerb nicht schadet, sondern der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft durch geringere Versorgungskosten nutzt.

Frontier berät regelmäßig Kunden zu einem breiten Spektrum an Energie- und Regulierungsfragen.

Nähere Information erhalten Sie über [email protected] oder unter +44 (0) 20 7031 7000.

Auswirkung von Infrastrukturinvestitionen wie der Nord Stream 2 pipeline auf den EU Gasmarkt (DE/EN)