BFE veröffentlicht Frontier-Studie zu Flexibilitätsnutzung im Stromverteilnetz

BFE veröffentlicht Frontier-Studie zu Flexibilitätsnutzung im Stromverteilnetz

Das Schweizer Bundesamt für Energie (BFE) hat heute eine Studie von Frontier (Europa) und IAEW Aachen zur Koordination von Flexibilität im Stromverteilnetz veröffentlicht.

Hintergrund ist, dass der Stromsektor in der Schweiz in den kommenden Jahren einen grundlegenden Transformationsprozess durchlaufen wird. Es ist zu erwarten, dass es hierdurch vermehrt zu Netzengpässen auch im Verteilnetz kommen wird.

Die Verteilnetzbetreiber (VNB) können zur Behebung oder Vermeidung der Engpässe auf konventionellen Netzausbau (z.B. Netzverstärkung und Bau neuer Leitungen) oder alternativ auf Flexibilitäten der Netznutzer (d.h. flexible Last, Batteriespeicher oder dezentrale Stromerzeugung) zurückgreifen. Die Behebung von Netzengpässen ist jedoch nicht die einzige Nutzungsmöglichkeit für die genannten Flexibilitäten: Die Netznutzer können diese auch an den Großhandels- oder Regelenergiemarkt verkaufen. Daher ergibt sich für die Flexibilitätsnutzung durch VNB ein Koordinations- und Regulierungsbedarf.

Frontier und IAEW empfehlen in ihrer Studie möglichst wettbewerbliche Beschaffungsmaßnahmen für flexible Last und Speicher. So könnten die VNB dazu verpflichtet werden, den Anbietern für netzdienliche Flexibilität auch Netzzugangsverträge anzubieten, welche dem VNB bestimmte Zugriffsrechte auf die Flexibilität gewähren, und im Gegenzug mit verringerten Netznutzungsentgelten für die Netznutzer einhergehen.

Für Flexibilität aus dezentraler Energieerzeugung wie Wind oder Photovoltaik schlägt die Studie einen regulierten Ansatz vor, um die Anlagenbetreiber immer dann angemessen zu kompensieren, wenn ihre Stromerzeugung der Vermeidung/Verringerung von Engpässen dient.

Frontier (Europa) berät regelmäßig öffentliche und private Kunden in der Schweiz und in Europa zu Politikentwicklung, Marktdesign und Versorgungssicherheit im Energiesektor.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Miriam Rau ([email protected], +49 (0) 221 337 131 00).