Kosteneinsparungen durch Nutzung vorhandener Gasinfrastruktur zur Dekarbonisierung in der Schweiz

Kosteneinsparungen durch Nutzung vorhandener Gasinfrastruktur zur Dekarbonisierung in der Schweiz

Basierend auf einer gemeinsamen Studie von Frontier und dem Institut für Elektrische Anlagen und Netze, Digitalisierung und Energiewirtschaft (IAEW, RWTH Aachen) zum Wert der Gasinfrastruktur für die Green Gas Initiative beleuchten David Bothe, Matthias Bieniasch, Charlotte Mühlbauer und Matthias Janssen, Mitarbeiter im Kölner Büro von Frontier, in ihrem in der Januarausgabe der Fachzeitschrift Aqua & Gas veröffentlichten Artikel die Möglichkeiten eines Einsatzes erneuerbarer Gase im bestehenden schweizerischen Gasnetz. 

Die Schweiz hat sich verpflichtet, die eigenen Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 zu halbieren und strebt eine Netto-Null bei der Klimabilanz bis 2050 an. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, soll die inländische Produktion erneuerbarer Energien massiv ausgebaut werden. Nicht nur die schwierigen geografischen Bedingungen und die begrenzten natürlichen Ressourcen in dem kleinen Alpenland stehen dem jedoch entgegen. Es ist teilweise auch mit Widerstand in der Bevölkerung zu rechnen, insbesondere in Bezug auf die Erweiterung und den Ausbau des Stromnetzes. Hier kommt die bestehende Gasinfrastruktur zum Tragen.

Die Schweiz verfügt über ein ausgedehntes Gasnetz, das ohne größere Anstrengungen auf den Einsatz erneuerbarer und Low-Carbon-Gase angepasst werden kann. Aufgrund der zentralen Lage in Europa ist die Schweiz bestens an das europäische Gasnetzwerk angebunden: Die Importkapazitäten für Gas übertreffen die für Strom um nahezu das Vierfache. Die Vielzahl unterschiedlicher Gase, die hier transportiert werden können, erlaubt eine hohe Diversifizierung des Import-Portfolios So lassen sich Energiebeschaffungskosten reduzieren und die Versorgungssicherheit verbessern.

Ein weiterer Vorteil von Gas ist die Möglichkeit der saisonalen Speicherung, welche für regenerativ erzeugten Strom ungleich teurer und aufwändiger ist. Außerdem könnten bestehende Endanwendungstechnologien (wie zum Beispiel Gasheizungen) weiterverwendet werden und Ineffizienzen bei der alternativ notwendigen Elektrifizierung von industriellen Prozessen und bestimmten Verkehrsträgern vermieden werden.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass bis 2050 jährlich Kosteneinsparungen in Höhe von 1,3-1,9 Mrd. € möglich sind. Bezogen auf die Einwohnerzahl der Schweiz ergibt dies eine Einsparung von 155 bis 221 Euro pro Person.

Frontier berät regelmäßig zu Energiethemen und Infrastrukturperspektiven.

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