Eine kostengünstige Möglichkeit, das Offshore-Windpotenzial Deutschlands zu erschließen

Deutschlands Weg zur Klimaneutralität bis 2045 hängt nicht nur davon ab, wie viel Offshore-Windkapazität aufgebaut werden kann, sondern auch davon, wie intelligent diese Energie integriert wird.  

Der aktuelle Bericht von Frontier, der von AquaVentus in Auftrag gegeben wurde, kommt zu dem Schluss, dass die Kombination von Offshore-Windenergieerzeugung und Offshore-Wasserstoffproduktion die Systemkosten erheblich senken und gleichzeitig die Energiesicherheit stärken könnte. 

Offshore-Windenergie optimal nutzen

Die Analyse untersucht, wie die Sektorkopplung im Offshore-Bereich, also die Verbindung von Offshore-Windparks mit Offshore-Elektrolyseuren und Wasserstoffpipelines, traditionelle Überbauungskonzepte ergänzen kann, um das Potenzial der deutschen Nordsee optimal zu nutzen. 

Es wurden zwei Offshore-Windszenarien bis 2045 modelliert: 

  • 70 GW, entsprechend dem gesetzlichen Ziel Deutschlands, und 
  • 55 GW, ein konservativerer Ansatz, der die Einschränkungen durch den Nachlaufeffekt berücksichtigt. 

Für jedes Szenario wurden drei Konfigurationen getestet:

  1. Baseline – aktueller Ausbauansatz mit gleicher Turbinen- und Kabelkapazität, Elektrolyseure an Land.
  2. Überbauung – mehr Turbinen- als Kabelkapazität, Elektrolyseure weiterhin an Land. 
  3. Offshore-Sektorkopplung – mehr Turbinenkapazität plus Offshore-Elektrolyse und Wasserstoffpipelines neben Stromkabeln.

Wichtige Erkenntnisse

  1. Die Sektorkopplung im Offshore-Bereich bringt die größten Einsparungen.Sie senkt die Netto-Integrationskosten um 1,7 Milliarden Euro pro Jahr im 70-GW-Szenario und um 0,5 Milliarden Euro im 55-GW-Szenario – das ist etwa doppelt so viel wie die Einsparungen durch eine reine Überkapazität an Stromerzeugung.
  2. Eine intelligentere Infrastruktur macht den Unterschied. Obwohl Offshore-Elektrolyseure teurer sind, senkt die Nutzung von Wasserstoffpipelines die Gesamtkosten für den Transport, da kostspielige Stromanschlüsse reduziert werden können. Die Flexibilität, Strom oder Wasserstoff zu exportieren, reduziert die Einschränkungen weiter und steigert die Auslastung – was besonders für Standorte weit entfernt von der Küste von Vorteil ist.
  3. Der Vorteil bleibt unter vielen zukünftigen Bedingungen bestehen.Selbst wenn man davon ausgeht, dass Offshore-Elektrolyseure doppelt so teuer sind wie Onshore-Anlagen, bleibt die Sektorkopplung im Offshore-Bereich die kostengünstigste Option. 

Das Potenzial ausschöpfen 

Um diese Chance zu nutzen, muss Deutschland: 

  • die ausgewiesenen Gebiete für die Offshore-Elektrolyse über die derzeitige Grenze von 1 GW hinaus erweitern, 
  • gemischte Offshore-Strom- und Wasserstoffanschlüsse zulassen, 
  • solchen integrierten Projekten rechtliche Priorität einräumen und 
  • Mechanismen zur Risikominderung bei Investitionen schaffen

Mit diesen Schritten könnte die Offshore-Sektorkopplung zu einem Eckpfeiler einer intelligenteren, widerstandsfähigeren Energiewende werden und Deutschland dabei helfen, das volle Potenzial seiner Windressourcen in der Nordsee auszuschöpfen.

Klicken Sie hier, um die Präsentation zu lesen: Effiziente Integration von Offshore Windenergie durch Offshore Wasserstoffproduktion

Klicken Sie hier, um den vollständigen Bericht zu lesen: Effiziente Integration von Offshore-Windenergie durch Offshore Wasserstoffproduktion