CO2-Emissionen durch Heizungsmodernisierungen in 2025 gesunken, allerdings gebremst durch geringe Heizungsabsatzzahlen

Eine neue Kurzstudie von Frontier Economics im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) zeigt: Der Austausch von Heizsystemen in Bestandsgebäuden hat auch im Jahr 2025 zu erheblichen CO-Emissionseinsparungen geführt. Insgesamt wurden rund 2 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr eingespart. Die im Vergleich zu den Vorjahren geringen Absatzzahlen bei neuen Heizungen haben die CO2-Einsparungen jedoch reduziert.

Heizungsmarkt im Wandel: Wärmepumpen gewinnen an Bedeutung

Die Analyse basiert auf den vom BDH erhobenen Absatzzahlen für Wärmeerzeuger, die einen Großteil des deutschen Marktes abdecken und auf den Gesamtmarkt hochgerechnet werden. Diese zeigen für 2025 eine weiterhin rückläufige Entwicklung neuer Heizungen insgesamt nach dem außergewöhnlich hohen Absatzniveau im Jar 2023. Gleichzeitig setzt sich der Strukturwandel fort: Während der Absatz von Gas- und Ölheizungen weiter sinkt, legen Wärmepumpen wieder zu und wurden 2025 erstmals häufiger installiert als Gasheizungen.

Auf Basis dieser Absatzzahlen werden die mit dem Heizungsaustausch verbundenen Emissionseinsparungen modellbasiert abgeschätzt. Hierzu werden Annahmen zu Gebäudeenergiebedarfen, Wirkungsgraden sowie zu den jeweils ersetzten Alttechnologien getroffen. Die Methodik baut weitgehend auf den Vorgängerstudien von Oschatz et al. auf, um Vergleichbarkeit über die Zeit sicherzustellen.

Der Austausch fossiler Heizsysteme senkt Energieverbrauch und Emissionen deutlich

Der Austausch alter Heizsysteme führte 2025 zu einem deutlichen Rückgang des Energieverbrauchs. Insgesamt sinkt der Endenergieverbrauch um rund 6,3 GWh pro Jahr, insbesondere durch den Ersatz fossiler Heizsysteme mit hohem Verbrauch. Abbildung 1 zeigt den Vergleich des Energieverbrauchs vor und nach dem Austausch von Heizsystemen und verdeutlicht die Effizienzgewinne moderner Technologien.

Abbildung 1  Vergleich Endenergieverbrauch vor und nach Modernisierung 2025

Quelle: Frontier Economics, auf Basis von Oschatz et al. (2024).

Hinweis: Die Abbildung zeigt modellierte Endenergieverbräuche der ersetzten Altanlagen und der jeweils neu installierten Wärmeerzeuger im Jahr 2025. Grundlage sind Annahmen zur Verteilung der Technologien auf Gebäude, zu den ersetzten Alt-Technologien sowie zu technologie- und gebäudetypenspezifischen Endenergieverbräuchen nach Oschatz et al. (2024).

Die daraus resultierenden Treibhausgaseinsparungen belaufen sich auf rund 2 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente jährlich. Den größten Beitrag leisten Wärmepumpen, die sowohl durch hohe Effizienz als auch durch die zugrunde gelegte Emissionsbewertung von Strom – der gemäß Klimaschutzgesetz im Bereich der Wärmeerzeugung mit null Emissionen bewertet wird – besonders stark wirken. Abbildung 2 zeigt die Aufteilung der Emissionseinsparungen nach Technologien und hebt die dominante Rolle von Wärmepumpen hervor.

Abbildung 2  THG-Einsparungen durch Heizungsmodernisierung 2025

 

Quelle: Frontier Economics, auf Basis von Oschatz et al. (2024).

Hinweis: Dargestellt sind die modellierten jährlichen Treibhausgaseinsparungen infolge des Austauschs bestehender Wärmeerzeuger durch neue Heiztechnologien im Jahr 2025 in Wohngebäuden (WGB) und Nichtwohngebäuden (NWG). Die Einsparungen ergeben sich aus der Differenz der emissionsgewichteten Endenergieverbräuche vor und nach dem Technologietausch unter Verwendung der Emissionsfaktoren gemäß Klimaschutzgesetz.

Eine der zentralen Annahmen der THG-Berechnungen betrifft die angenommenen Emissionsfaktoren der verschiedenen Energieträger. Für die oben genannten Berechnungen wurden stets die Emissionsfaktoren gemäß Klimaschutzgesetz unterstellt, wobei für Strom (insbesondere bei Wärmepumpen) ein Emissionsfaktor von 0 g CO₂-Äq/kWhel angesetzt wird, da die Emissionen aus fossiler Stromerzeugung im Stromsektor bilanziert werden. Zusätzlich werten wir die THG-Einsparungen auch für alternative Zusammenstellungen von THG-Emissionsfaktoren aus, nämlich auf Basis des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sowie einer Variante mit GEG-Faktoren und einem Emissionsfaktor für Strom nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA). Der Vergleich zeigt, dass insbesondere die Annahmen zum Emissionsfaktor des Strombezugs eine große Auswirkung auf die Gesamtergebnisse haben.

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