Frontier Economics hat im Auftrag der RWE AG eine Kurzstudie zu den möglichen Auswirkungen von Einspeisenetzentgelten (Finanzierungsfunktion) im deutschen Strommarkt erstellt.
Hintergrund ist die im AgNes-Prozess diskutierte Reform der Netzentgeltsystematik, in deren Zuge auch Erzeuger an der Finanzierung der Netzkosten beteiligt werden könnten.
Die Analyse betrachtet drei Ausgestaltungen von Einspeisenetzentgelten – kapazitätsbasiert, arbeitsbasiert sowie kombiniert – und untersucht deren Effekte mithilfe unseres integrierten Energiesystemmodells (COMET). Die Ergebnisse zeigen, dass Einspeisenetzentgelte die inländische Stromerzeugung verteuern und zu einer Verlagerung von Erzeugung ins Ausland führen können. Im arbeitsbasierten Szenario steigen die Nettoimporte im Jahr 2030 um mehr als 80 TWh.
Zudem erhöhen sich die Großhandelspreise für Strom, Förderbedarfe für Erneuerbare Energien, sowie perspektivisch die Kosten für anstehende Kraftwerksausschreibungen bzw. für einen möglichen zukünftigen Kapazitätsmarktes. Insgesamt zeigt die Studie, dass die beabsichtigte Entlastung der Verbraucher durch die genannten gegenläufigen Effekte weitgehend kompensiert würde. Darüber hinaus bestehen Risiken für die Wirtschaftlichkeit von Bestandskraftwerken sowie zusätzliche Kosten aus regulatorischen Risiken für Marktteilnehmer. Beides erhöht potenzielle volkswirtschaftliche Ineffizienzen.